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Die klinische Anwendbarkeit der dynamischen Netzhautgefäßanalyse zur Beurteilung der Wirksamkeit neuer Therapien und des kardiovaskulären Risikos

Dr. Manja Reimann, Ph.D.

Autonomes und neuroendokrinologisches Funktionslabor 
am Zentrum für klinische Neurowissenschaften
Neurologische Uniklinik Dresden

Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit im Autonomen und Neuroendokrinologischen Funktionslabor ist die Evaluation von Methoden zur Beurteilung der kardiovaskulären Funktion unter dem Gesichtspunkt der klinischen Anwendbarkeit. In unserem Labor zum Einsatz kommende Methoden dienen der Erfassung der autonomen Blutdruckregulation und der Endothelfunktion, beides wichtige Funktionsparameter zur Beurteilung des Therapieerfolgs und des kardiovaskulären Risikos bei der Behandlung von neurologischen und metabolischen Krankheiten. So konnten wir anhand der dynamischen retinalen Gefäßanalyse zeigen, dass eine einzelne Lipoproteinapheresebehandlung bei Patienten mit fortgeschrittener arteriosklerotischer Herzerkrankung kurzfristig zu einer deutlichen Verbesserung der retinalen Endothelfunktion führt (1). Diese Funktionszunahme war vor allem in der venösen Mikrozirkulation zu beobachten, womit nachgewiesen werden konnte, dass retinale Venen eine hochdynamische Komponente darstellen, die aktiv auf metabolische Veränderungen reagiert. Weiterhin konnten wir zeigen, dass eine Behandlung von Tumorpatienten mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab zu einer blutdruckunabhängigen Beeinträchtigung der retinalen Flickerdilatation führt (2). Dass die funktionelle Bildgebung der retinalen Mikrozirkluation anderen Methoden in der Erfassung von Veränderungen der mikrovaskulären endothelialen Funktion überlegen ist, konnten wir in einem erst kürzlich durchgeführten Methodenvergleich dokumentieren. Nur zwei der vier Methoden darunter die flussinduzierte Vasodilatation der Arteria brachialis und die dynamische retinale Gefäßanalyse waren in der Lage, eine signifikante Reduktion der Endothelfunktion nach experimentell induzierter Hypertriglyzeridämie nachzuweisen (unpublizierte Ergebnisse)(3). Diese Ergebnisse sind in ihrer Gesamtheit ein Beleg dafür, dass die dynamische retinale Gefäßanalyse eine sinnvolle Ergänzung für die Verlaufsbeobachtung von Erkrankungen ist, die mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko einhergehen. Zudem könnte der Einsatz dieser Methode zur Evaluation von Therapieeffekten in der Klinik äußerst wertvoll sein, um zum einen schädliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zum anderen die Wirksamkeit der Therapie mit Bezug auf kardiovaskuläre Endpunkte besser einschätzen zu können.

1. Reimann M, Prieur S, Lippold B, et al. Retinal vessel analysis in hypercholesterolemic patients before and after LDL apheresis. Atheroscler Suppl 2009;10: 39-43.

2. Reimann M, Folprecht G, Haase R, et al. Anti-Vascular endothelial growth factor therapy impairs endothelial function of retinal microcirculation in colon cancer patients - an observational study. Exp Transl Stroke Med 2013;5: 7.

3. Reimann M, Vilser W, Weiss N, Ziemssen T. Non-invasive assessment of endothelial function in different vascular beds. submitted.

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